1929 in einfache Verhältnisse geboren, gelang Fred Tschanz eine Tellerwäscher-Karriere wie im Bilderbuch. Er wäre gerne Konzertpianist geworden, schlug dann aber den Weg der Hotelfachschule in Lausanne ein – die finanziellen Auslagen deckte er selber mit Nebenjobs, da seine Mutter keine Stipendien annehmen wollte.
Nach zwölf Jahren mit verschiedenen Auslandsaufenthalten kehrte der inzwischen routinierte Restaurateur 1962 voller Ideen aus den USA in die Schweiz zurück. Hier gründete er eine Verwaltungsgesellschaft für Gastgewerbe und heiratete die junge Französin Gilberte Commaille, mit welcher er zwei Töchter hatte: Gilberte und Jacqueline Tschanz. Später war er noch drei weitere Male verheiratet – die letzte Ehe ging er 2007 ein.
In der Folge wurden zeitweise bis zu zwölf Bars, Hotels und Restaurants von ihm und seinem Team geführt. Zu seiner unternehmerischen Laufbahn gehörten nicht nur Erfolge, sondern auch Niederlagen – aber Fred Tschanz stand immer wieder auf, nach dem Motto «nach em Räge schient d’Sunne, nachem Gränne wird glacht».
Fred war ein Geniesser durch und durch. Er widmete sich mit grosser Hingabe der Jagd, der Kunst und der Musik. Diese Leidenschaft für das Schöne blieb lebenslang: Mit über 80 Jahren eröffnete er eine eigene Kunstgalerie und blieb bis zuletzt ein charismatischer Gastgeber, der die Zürcher Lebensart prägte.
Folgende Lokalitäten prägen noch heute die Kultur Zürichs sind Teil des Erbes von Fred Tschanz:
Fred Tschanz durfte im Dezember 2012 – nach 83 erlebnisreichen Jahren – friedlich einschlafen. Die Spuren des charakterstarken Patrons werden aber noch lange an den verschiedensten Orten sichtbar bleiben.
Seit 2013 wird der Familienbetrieb von Fred Tschanz’ Enkelin Stéphanie Portmann geführt.
Ihre ersten Erfahrungen im Betrieb machte sie jedoch schon mit 17 Jahren als Servicemitarbeiterin.
Heute führt Stéphanie Portmann zusammen mit ihrem Mann Domenic Zembrod das Familienunternehmen und ist ihrem Vorbild und Grossvater Fred Tschanz sehr dankbar für all die Weisheiten, die er ihr auf den Weg mitgegeben hat.
Das Erbe komplettierte die junge Generation 2023 mit dem Erwerb des Hotels Zürcherhof an der Zähringerstrasse im Niederdorf, welches seit 2024 ebenfalls von der Fred Tschanz Gruppe betrieben wird. In den vier Hotels und dem einen Restaurant werden heute rund 100 Mitarbeitende beschäftigt.